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Zusammenfassungen ausgewählter Studien The role of bisphosphonates in breast and prostate cancers Janet E. Brown, Helen Neville-Webbe and Robert E. Coleman Endocrine-Related Cancer (2004) 11; 207-224.
Zusammenfassung: Bisphosphonate sind eine Gruppe von Pyrophosphat-Analoga, die sich mit hoher Affinität an Hydroxyapatit-Knochenmineraloberflächen binden. Ihre Hauptfunktion besteht darin, Osteoklastenaktivität und somit Knochenresorption zu hemmen. In der Onkologie ist ihre Bedeutung bei metastasierten Knochenerkrankungen etabliert und anerkannt. Es besteht aber zunehmendes Interesse an ihrer möglichen Rolle bei der Prävention und Behandlung von krebsinduziertem Knochenverlust und möglichen Anti-Tumor-Effekten. Metastasierte Knochenerkrankungen sind mit zahlreichen Skelettkomplikationen assoziiert, inklusive pathologischer Frakturen, Knochenschmerz, beeinträchtiger Beweglichkeit, Rückenmarkskompressionen, und Hyperkalzämie. Intravenös verabreichte Bisphosphonate, insbesondere Zoledronsäure, in Verbindung mit Rehydrierung, sind heutzutage als die Behandlung der Wahl für Hyperkalzämie etabliert. Zur Behandlung von Knochenschmerz wurde auch gezeigt, daß Bisphosphonate ein effektiver supplementärer Ansatz zur Radiotherapie sein können. Bei Brustkrebs und Multiplem Myelom sind die Bisphosphonate heutzutage Teil der Standardtherapie zur Behandlung und Prävention von Skelettereignissen (SRE) und, bis vor kurzem, wurde die Behandlung überwiegend mit intravenösem Pamidronat oder oralem Clodronat durchgeführt. Wie auch immer, große, randomisierte, multizentrische Untersuchungen mit intravenöser Gabe des hochpotenten Bisphosphonat Zoledronat alle 3 – 4 Wochen zeigten bei Brustkrebspatientinnen eine Risiko-Reduktion, ein SRE zu entwickeln, um 20 % im Vergleich zu Pamidronat. Außerdem haben diese Untersuchungen zum ersten Mal gezeigt, daß ein Bisphosphonat signifikant das Auftreten von Skelettereignissen bei hormonrefraktärem Prostatakarzinom und bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs wie bei anderen soliden Tumoren senkt. Untersuchungen mit dem relativ niedrig potenten Bisphosphonats Clodronat über die Möglichkeiten zur Vermeidung von Knochenmetastasen bei Brustkrebs haben widersprüchliche Daten geliefert. Weitere große, randomisierte Studien mit Clodronat und Zoledronat sind geplant, und solange die Ergebnisse nicht vorliegen, ist es nicht möglich eine definierte adjuvante Bedeutung für Bisphosphonate zu identifizieren. Es gibt zunehmend Hinweise, daß Bisphosphonate, und insbesondere Zoledronat, zusätzlich zu ihren Effekten auf Osteoklasten auch in der Lage sind, in vitro Tumorzellen direkt zu beeinflussen. Über die letzten Jahrzehnten gab es signifikante Fortschritte bei den Heilungsraten und Überlebenszeiten bei gewissen Krebsarten, und der Einsatz von Chemotherapie und Hormontherapie wurde außerordentlich ausgeweitet, was zu einer zunehmenden Anzahl langfristig Überlebender führte, die diese Behandlungen erhielten. Das Management von behandlungsinduziertem Knochenverlust gewinnt daher an zunehmender Bedeutung und Bisphosphonate stellen eine attraktive Behandlungsoption bei solchen Patienten dar. Mehrere plazebokontrollierte Studien mit oralem Clodronat, oralem Risedronat, intravenösem Pamidronat und intravenösem Zoledronat haben alle bei der Reduktion von Knochenverlusten Nutzen aufgezeigt.
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